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Ergebnisse der Epigraphik
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nschriften auf Fingerringen und Spangen - Liebe, Frömmigkeit und Magie Der Schmuckanteil im Schatzfund enthält 19 Spangen, 15 Fingerringe und einen Heftbeschlag eines Messer, welche, teilweise mit Niello betonte Inschriften aufweisen. Die Bestimmung erfolgte am Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durch Dr. Renate Kohn.
Nur ein kleiner Teil der Buchstaben ergibt Wörter bzw. lässt sich "dechiffrieren". So steht auf einer Spange ICH DIN DV MIN, in Kurzform auf einer weiteren Spange ICH DIN, die in Anlehnung an an den lateinischen Tegernseer Liebesbrief (wahrscheinlich Ende des 12. Jahrhunderts) angehängten Zeilen:
"Dû bist mîn, ich bin dîn. / des solt dû gewîs sîn. / dû bist beslozzen / in mînem herzen, / verlorn ist daz sluzzelîn: / dû muost ouch immêr darinne sîn"
als Träger einer Liebesbotschaft gesehen werden können.
Eine andere Spange sowie der Heftbeschlag eines Messers verweisen mit der Inschrift AVE MARIA auf die Frömmigkeit des/der Besitzers/Besitzerin. Schmuckstücke mit Anrufungen Gottes bzw. der Gottesmutter hatten darüber hinaus auch Amulettcharakter, sollten also vor Bösem und Krankheit schützen.
Daneben existieren Buchstabenreihen, die möglicherweise Abkürzungen von Lebensmottos bzw. als Monogramme des/der Besitzers/Besitzerin sein können. Das Vorhandensein von bisweilen kuriosen buchstabenähnlichen Zeichen weist aber darauf hin, dass wir auch mit reiner Dekorfunktion von "Buchstaben" rechnen können, wobei Schrift im Mittelalter, v.a. in einer weitgehend des Lesens nicht mächtigen Bevölkerung, bisweilen auch ganz allgemein magische Kräfte zugeschrieben wurde.
Paläographisch reflektiert der Schatzfund die typologische Vielfalt von Inschriften im 13. Jahrhundert, in welchem verschiedene Romanische Stile sich hin Richtung eines enger kanonisch gefassten Gotischen Majuskel-Alphabets entwickelten. Im Schatzfund zeigen sich nur wenige Stücke stilistische Gemeinsamkeiten, welche aber mit den technologischen Gruppen übereinstimmen und somit möglicherweise als "Handschrift" einzelner Feinschmiede gedeutet werden können.
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