er Fund vom Fuchsenhof gehört mit 366 Schmuckstücken zu den größten Schmuckfunden des hohen und späten Mittelalters. Einen vergleichbaren Umfang zeigen die spätmittelalterlichen Funde von Dolichté (295 Schmuckstücke), Pritzwalk (339 Schmuckstücke) und Stettin (264 Schmuckstücke).
Die archäologische Bearbeitung der Rohmaterialien, Halbzeuge und Schmuckstücke erfolgte durch Dr. Stefan Krabath, Landesamt für Archäologie, Dresden. Dabei wurde erstmals eine feintypologische Auswertung des gesamteuropäischen Schmucks des Mittelalters, die auch in die Internetdatenbank archREAL am Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Krems/Donau, eingeflossen ist, sowie eine synthetische Analyse der ca. 300 bislang bekannten mittelalterlichen Schatzfunde mit Schmuck in Europa vorgenommen.
Die Schmuckstücke im Schatzfund vom Fuchsenhof besitzen ein zeitlich deutlich differierendes Gepräge. Im wesentlichen können drei Zeitstufen voneinander geschieden werden. Der überwiegende Anteil der Schmuckstücke gehört in die Mitte bis zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, hinzu treten einige Exemplare der Zeit um 1200 und der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts sowie einige prähistorische Funde.
Der Schatzfund vom Fuchsenhof wird im Wesentlichen durch zwei Schmuckarten bestimmt: den Fingerring und die Spange. Spangen stellen in Depots West-, Mittel- und Nordeuropas ein übliches Schmuckstück dar, während Fingerringe nahezu im gesamteuropäischen Raum den Schatzfunden beigegeben wurden. Das Fuchsenhofer Depot gehört demnach nach Auskunft der zahlreichen Spangen zu einem Bereich der mitteleuropäischen Tracht, die von Skandinavien bis zur Ungarischen Tiefebene und von Westeuropa bis an die Oder getragen wurden.
Als Besitzer des Fuchsenhofer Depots kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Handwerker oder Händler postuliert werden. Indizien für einen solchen Eigentümer sind Halbfertigprodukte, misslungene Werkstücke, Produktionsabfälle, Rohstoffe wie Barren, Halbzeuge, die zu Fertigprodukten weiterverarbeitet werden sollten. Zusätzlich besitzen eine Vielzahl der Spangen und Fingerringe aus dem Fuchsenhofer Schatz ein außerordentlich hohes Maß an Uniformität, wie es aus anderen Schatzfunden kaum bekannt ist. Werkzeuge sind wahrscheinlich nicht in einem Depot zu erwarten, da diese im Verhältnis zu den Edelmetallgegenständen eine relative große Dimension besitzen und einen größeren Aufwand einer sicheren Verbergung bedurften. Zweckmäßig könnten eher die Edelmetallstücke und die Werkzeuge getrennt verborgen werden.
Schmuck im mittelalterlichen Alltag