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Der
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m Spätherbst 1997 entdeckte man auf einem Feld nahe der Stadt Freistadt einen Edelmetallhort, dessen Umfang und Zusammensetzung als ungemein bedeutend, teils sogar als sensationell bezeichnet werden muss. Er wurde in den 1270er Jahren, vermutlich im Zusammenhang mit den kriegerischen Ereignissen rund um die Auseinandersetzung zwischen König Přemysl Otakar II. von Böhmen und Rudolf von Habsburg ("König Ottokars Glück und Ende"), vergraben. Er besteht aus über 6000 Silbermünzen aus zahlreichen Münzstätten von London bis Akko (Israel) und Hunderten Silberobjekten, Schmuckstücken - Fingerringen, Spangen u.a. Trachtbestandteilen - in allen Stadien vom Halbfabrikat bis zum unbrauchbar gemachten Altstück, sowie Rohmaterialien zur Schmuckherstellung wie Silberdrähten, Halbedelsteinen und Goldfolien. Wir können vermuten, dass hier das Eigentum eines Goldschmiedes oder Geldhändlers überliefert wurde, das uns einen vorzüglichen, in dieser Form bisher unbekannten Einblick in die Herstellungmethoden und Deponierungsgewohnheiten des Hochmittelalters gewährt. Der reichhaltige Dekor auf den Schmuckstücken erlaubt darüber hinaus Rückschlüsse auf den Verwendungszweck der Funde - Liebesgaben, Siegelringe, Talismane u.a.m.
Der gesamte Fundkomplex konnte dank des ungewöhnlichen Engagements des damaligen Vorstandes der Gesellschaft der Förderer des OÖ. Landesmuseums von dieser angekauft und dem Landesmuseum treuhänderisch zur wissenschaftlichen Bearbeitung und Publikation sowie zur öffentlichen Präsentation im Linzer Schlossmuseum übergeben werden.
In mehrjähriger Arbeit hat ein Team von in- und ausländischen Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen (Geschichte, Archäologie, Realienkunde, Numismatik, Epigraphik, aber auch Metallurgie und Gefügekunde) unter der Leitung von Dr. Bernhard Prokisch, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz und Mag. Thomas Kühtreiber, Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Krems/Donau, die Untersuchung des Fundes durchgeführt, die aufwendige Forschungstätigkeit wurde durch Förderungen des Österreichischen Forschungsfonds und des Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank ermöglicht. Im Herbst 2004 werden die Ergebnisse in Form einer umfangreichen Publikation vorgelegt und gleichzeitig der restaurierte Fundkomplex der Öffentlichkeit auf Dauer zugänglich gemacht werden.
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